Warum Rituale bei Angsthunden aus dem Ausland so wichtig sind

Wenn Hunde aus dem Ausland zu uns nach Bad Nauheim, Friedberg oder sonst einen Ort in der Wetterau gebracht werden, dann meistens mit der Absicht, dass sie in hier ein besseres Leben bekommen, als das in ihrer alten Heimat der Fall war. Damit bringen wir die Hunde aber auch in eine völlig neue Umgebung und reißen sie dabei aus ihrem gewohnten Umfeld, in welchem sie teilweise schon seit Jahren gelebt haben. Auch wenn es ihnen nun – aus unserer Perspektive gesehen – besser geht: Auf einen Schlag haben sie dabei alles verloren, was sie kannten. Gerade Hunde mit traumatischen Erfahrungen aus der Vergangenheit haben es dann sehr schwer, sich bei uns zurecht zu finden. Das kann man mit einem kleinen Gedankenexperiment vielleicht besser nachvollziehen: Von heute auf morgen holt Dich jemand aus Deinem gewohnten Umfeld und bringt Dich in ein anderes Land. Andere Menschen, anderes Essen, die Umwelt riecht anders, die Sprache ist eine andere, Du hast gelernt vorsichtig zu sein und vielleicht auch Menschen aus dem Weg zu gehen und plötzlich wohnst du mit solchen eng zusammen.. sie machen Dir eine Leine um .. .

Für die meisten Hunde ist das eine äußerst anstrengende und herausfordernde Situation – wie könnten wir wir ihnen helfen, diese möglichst schnell zu bewältigen? Dabei sind Rituale sehr hilfreich, geben sie doch dem Alltag eine Struktur und Orientierung. Du kennst das ja selber aus Deinem eigenen Leben: Man benötigt Fixpunkte, an denen man sich orientieren kann und das geht unseren Hunden ganz genauso. Umso mehr Fixpunkte wir für den gemeinsamen Alltag schaffen, umso eher wird es gelingen, dass die Hunde in ihrem neuen Zuhause Sicherheit und Geborgenheit finden können. Indem wir sogenannte Geborgenheitsreize schaffen und bestenfalls sogar aus dem alten Zuhause erhalten können, machen wir die neue Umgebung zu einem Zuhause für unseren neuen Mitbewohner auf vier Pfoten. 

Je nachdem welche Vorgeschichte Dein Hund hat, kann es Monate manchmal auch Jahre dauern, bis er sich sicher fühlt und sich eingelebt hat. Dieser Vorgang kann durch professionelle Hilfe von einem Hundetrainer, der Euch während der Eingewöhnungsphase hilft, unterstützt werden. Denn um ein effektives weiterführendes Training zu ermöglichen, muss der Hund erst einmal Vertrauen und eine Bindung in seine neu gewonnene soziale Gemeinschaft aufbauen dürfen. Ein Hund, der nicht stressfrei vor die Tür gehen kann, ist draußen nahezu untrainierbar, oder zumindest dauert alles sehr, sehr lange. Wenn er bei jedem Geräusch fliehen will oder erstarrt, ist auch der Spaziergang keine Freude und schlimmstenfalls reagiert er aus Angst mit aggressivem Verhalten (z.B . Bellen oder Schnappen). Man muss also zuerst eine Basis schaffen, die dem Hund Sicherheit gibt. Der Hundetrainer Deines Vertrauens kann Dir helfen, den Mensch-Hund-Alltag zu strukturieren und neben Ritualen auch gemeinsame Entspannung, Auslastung und Spiel oder andere Techniken und Hilfsmittel einzusetzen (auf Euren individuellen Fall zugeschnitten), um Deinem Hund die Eingewöhnung zu erleichtern. Auf lange Sicht habt Ihr es dann nämlich viel einfacher!

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